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2009
Okt
26

SVG dreht verrücktes Spiel

Nach einem 1:2 Satzrückstand und zwei abgewehrten Matchbällen schaffen die Lüneburger noch die Wende und siegen letztendlich mit 3:2 gegen VC Olympia Berlin. All jene 360 Fans, die sich am vergangenen Samstag in der Gellersenhalle eingefunden hatten, sind in den Genuss einer ganz besonderen Vorstellung der SVG Lüneburg gegen den VC Olympia Berlin gekommen.

Im ersten Satz führte man zunächst immer deutlich und konnte einen vier Punkte Vorsprung bis hin zu einer sieben Punkte Führung ausbauen, um letztendlich den ersten Durchgang, nach abnehmender Spannung, noch relativ knapp mit 25:22 zu gewinnen.

Entschied das Spiel zu Gunsten der Lünebugrer: Jannis Koch (l.)



Was dann im zweiten Satz folgte, war weder für die Zuschauer, noch Spieler verständlich.
Die Annahmeleistung wurde komplett eingestellt, so dass bis zu vier Annahmefehler in Folge zu einer schnellen und sehr deutlichen Führung der Berliner führten, die nach diesem Satz - der aus Sicht der Lüneburger "Volleyball zum abgewöhnen bot" - den Satzausgleich herbeiführten. Am Tiefpunkt angekommen, sah man sich leider auch zu Beginn des dritten Satzes, nach einigen knappen Ballwechseln, einem 0:4 Rückstand ausgesetzt. Es gelang zwar immer wieder, sich etwas heranzukämpfen und nach einer sehr guten zweiten Satzhälfte stand man oftmals kurz vor dem Ausgleich, musste sich aber in diesem Moment sehr konstant spielenden Berlinern mit 23:25 geschlagen geben.
Somit stand es 1:2 und der Druck auf die Lüneburger erhöhte sich enorm.

Im vierten Satz entwickelte sich dann zunächst ein offener Schlagabtausch, bei dem die SVG erstmals beim Stande von 8:8 in Führung gehen konnte. In der Folge gelangen den Lüneburgern, um Ihren an diesem Abend besten Spieler Jannis Koch, immer mehr Aktionen und speziell die druckvollen Sprungaufschläge von Jonathan Ficht setzten den Berlinern in dieser Phase des Spieles stark zu, die nun auch psychsich sehr angeschlagen wirkten und dem Druck der 350 Fans und der Spieler nun nicht mehr standhalten konnten. So konnte man den deutlichsten Satzbeginn der bisherigen Saison feiern und setzte sich mit 25:14 durch.

Nach diesem Satz völlig euphorisiert wollte man nun mit aller Macht die Entscheidung im Tie Break herbeiführen. Doch wieso oft im Volleyball hat dieser so spannende fünfte Satz seine eigenen Gesetze.
Die Berliner gingen mit neuem Selbstvertrauen und einigen guten Aktionen wieder einmal mit 1:4 Führung.
Die Führung konnten die Berliner sogar noch auf 4:8 zum Seitenwechsel ausbauen. Es zeichnete sich jedoch bereits ab, dass das Spiel noch nicht entschieden war. Jeder Punkt war schon zu diesem Zeitpunkt hart umkämpft und so wechselten sich auf beiden Seiten spektakuläre Angriffe, mit nahezu unglaublichen Abwehraktionen ab. Jedes Team wollte unbedingt gewinnen und so musste der Ball häufig zig Mal das Netz überqueren, bis ein Team einen Punktgewinn feiern durfte.
Mit Patrick Kruse am Aufschlag gelang es dann den Lüneburgern zwei Breaks zu holen und auf 11:12 zuverkürzen.
Bei dem folgenden Ballwechsel konnte man den Ball zwar verteidigen, doch nach ungünstigem Pass und einem gut stehenden Block vergab Lars Pickbrenner die Chance zum Ausgleich.
Das folgende Sideout konnte man dann für sich zum 12:13 entscheiden und hatte nun wieder die Chance zum Ausgleich. Doch nach einem weit ins Aus geschlagenen Ball der Berliner, pfiff der zweite Schiedsrichter eine Netzberührung auf Seiten der Lüneburger. Diese umstirttene Entscheidung brachte Berlin den ersten Matchball. Nach einem packenden Ballwechsel konnte man diesen jedoch abwehren.
Beim zweiten Matchball der Berliner wogte das Spiel nun hin und her, bis zu dem Zeitpunkt, als Per-Ole Schneider einen Ball grandios verteidigte, der Pass auf Jannis Koch gespielt wurde, und dieser den Ball am Einerblock vorbei, im wohl härtesten und spektakulärsten Angriff des Tages, im Berliner Feld versenkte.

Nun gab es auf der Tribüne und auf dem Feld kein halten mehr. Nachdem beide Teams noch einmal Ihr Sideout durchbrachten, waren es die Berliner, die nun dem Druck nicht mehr standhalten konnten und sich durch zwei technische Fehler um den möglichen Sieg brachten. Auf Seiten der Lüneburger kannte der Jubel hingegen keine Grenzen mehr und gemeinsam mit den Fans wurde noch Minuten nach dem Abpfiff gefeiert.

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