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2009
Okt
05

Alles im grünen Bereich bei der SVG

re Reppenstedt. Der übergroße Respekt vor der neuen Spielklasse war wohl unbegründet, die Volleyballer der SVG Lüneburg haben erneut bewiesen, dass sie eine Bereicherung der 2. Bundesliga Nord sind. Nach einem 3:1 (23:25, 25:13, 25:19, 25:23) gegen den SV Warnemünde und nun 4:4 Punkten vor wiederum 350 begeisterten Fans in der Gellersenhalle ist beim Aufsteiger alles im grünen Bereich.

Zwar konnte das Team von Trainer Thomas Hähl nie an das Niveau der Gala eine Woche zuvor gegen Delbrück anknüpfen - verdient war der Triumph in 93 Minuten Netto-Spielzeit allemal. "Wir haben einen Gegner geschlagen, der einer unserer Hauptkonkurrenten im Abstiegskampf ist. Natürlich gab es einzelne Punkte, mit denen ich nicht zufrieden war. Aber wenn alles klappen würde, würden wir in der Tabelle auch oben stehen", bilanzierte der Coach.

 

Nicht gefallen hatte ihm zum Beispiel, dass zu oft die Blocksicherung fehlte, sodass die Gäste aus Rostocks Vorstadt viele Punkte durch Lobs machen konnten. Ansonsten aber war die Blockarbeit hervorragend, ließ in unterschiedlichster Zusammensetzung die Gästeangreifer verzagen. So im schwerfälligen ersten Satz, als nach einem 15:20-Rückstand schon alles gelaufen schien, nicht zuletzt aber durch drei direkte Blockpunkte von Nils Pickbrenner/Christian Schulz der Spieß auf 21:20 umgedreht wurde. Dass unter dem Strich dennoch ein 23:25 stand, gehörte zu den Ärgernissen.

 

Letztlich aber erwiesen sich diese 27 Minuten als ein Satz zum Warmwerden. In Durchgang zwei gingen die Ostseestädter regelrecht unter. Auf 14:4 zog die SVG davon, da gelang einfach alles. Kein Mittel fand der Gegner gegen die Schnellangriffe, die Nils Pickbrenner ("das hat Spaß gemacht, ich hätte gern noch mehr Bälle bekommen") und Patrick Kruse versenkten. Und dann griff auch noch ein taktischer Wechsel, über dessen Gelingen sich Hähl später diebisch freute: Der starke Zuspieler Ronnie Karohs punktete plötzlich als Außenangreifer, seine Rolle hatte der eingewechselte Jannes Klee nahtlos übernommen.

Im dritten Satz war Warnemünde bis zum 11:11 gleichwertig, dann setzte sich die SVG langsam ab. Wobei nun Lars Pickbrenner richtig auf Touren kam. "Er ist mit seinem Amt als neuer Kapitän gewachsen, wird immer mehr zur bestimmenden Persönlichkeit auf dem Feld", lobte Hähl und freute sich auch über die variablen Angriffsschläge des einstigen "Haudrauf", der noch eine Woche zuvor gegen Delbrück den Sieg mit Brachialgewalt erzwingen wollte.

So zog der 21-Jährige den Gästen, die sich im vierten Satz noch einmal aufbäumten, den Zahn. Ball um Ball versenkte er. Dennoch blieb es bis in die Endphase spannend, ehe beim 24:22 zwei Matchbälle erarbeitet waren. Es blieb dem Kapitän vorbehalten, den zweiten zu verwandeln.

"Wir haben jetzt schon mehr erreicht, als ich je für möglich gehalten hätte", bewertete Ronnie Karohs, einer der größten Skeptiker vor der 2. Liga, den zweiten Sieg im vierten Spiel. Dass er selbst dazu nicht nur als Zuspieler, sondern nun auch als kräftig punktender Außenangreifer beitrug, "hat mich selbst erstaunt, zumal ich die Woche über nicht trainieren konnte. Aber diese Position habe ich früher auch schon gespielt, bevor mir die Schulter Probleme bereitete". Jetzt hält sie wieder, was die Variationsmöglichkeiten für den Coach erhöht.

 

SVG: Ficht, Jäger, Karohs, Klee, Koch, Kruse, L. und N. Pickbrenner, Schneider, Schulz, Facklam (n.e.).

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