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2011
Sep
26

SVG Wahnsinn beschert dritten Tabellenplatz

Das Spiel am gestrigen Sonntag zwischen dem Volleyball Team Kiel und der SVG Lüneburg war nicht nur etwas für schwache Nerven. Nein, viel mehr war es ein Spiel, dass selbst den Zuschauer mit starken Nerven nahezu in den Wahnsinn riss.

Nach vier Matchbällen von Kiel im vierten Satz und einem im fünften hatte die SVG schließlich fünf Matchbälle im fünften Satz, von denen Sie den fünften nutzen konnte und den Sieg nach furiosen 138 Minuten besiegelte. Die knappen Satzergebnisse verdeutlichen wie spannend es gestern wirklich bei dem 3:2 (24:26;25:14;22:25;29:27;20:18) Erfolg der SVG gewesen ist.

Dabei sah es zunächst gar nicht nach einem Erfolg der Lüneburger aus, die mit der Aufstellung Urbatzka, Schlien, Neufeldt, Köhler, Kruse, Böckermann in das Spiel starteten. Die Libero Position wurde dabei von Per-Ole Schneider eingenommen.

Aggressiv aufspielende Kieler kauften den noch nicht wirklich wach wirkenden Lüneburgern schnell den Schneid ab und erspielten sich über 10:6 und 16:11 einen komfortablen Vorsprung. Eher überraschend war es dann, dass die Kieler diesen Vorsprung, nach guten Aufschlägen von Neufeldt, auf ein 18:17 zusammenschmelzen ließen.  In dieser Phase hätte die SVG den Satz eigentlich gewinnen können, scheiterte jedoch an der eigenen Courage und musste den ersten Durchgang mit 24:26 an die Kieler abgeben.

Wozu das SVG Team jedoch in dieser Saison noch im Stande sein kann, zeigte es im zweiten Satz. Taktisch gute Aufschläge in den Rücken des Kieler Zuspielers erschwerten den Kieler Spielaufbau. Immer wieder scheiterten die Kieler am Lüneburger Block oder mussten zusehen wie die Lüneburger aus eigener Abwehr die Punkte machten. Die Folge: Einer 21:11 Führung der SVG folgte mit dem 25:14 der verdiente Satzgewinn.

Das war es dann jedoch auch für lange Zeit mit der Lüneburger Heiterkeit. Zwar führten die Lüneburger im dritten Satz lange Zeit bis zum 17:16, doch taktisch hervorragend eingestellte Kieler setzten die Lüneburger konsequent unter Druck und wurden mit einem Einbruch der Lüneburger Aktionen zur Unzeit belohnt. Nach drei Eigenfehlern in Folge stand der Satzverlust mit 22:25 und die 1:2 Satzführung für das Volleyball Team Kiel fest.

Der vierte Satz strapazierte dann die Nerven aller Beteiligten. Packende Ballwechsel und Aktionen auf beiden Seiten. Dabei waren die Kieler den körperlich überlegenen Lüneburgern oftmals einen Schritt voraus. Und als es dann beim 22:24 die ersten Matchbälle für Kiel gab, konnten die Lüneburger gedanklich eigentlich schon die Heimreise antreten.

Das sie dieses nicht taten, zeichnete die Mannschaft jedoch an diesem Tag aus. Mit einer Wahnsinnsleistung wehrten die Lüneburger zwei Matchbälle ab und glichen zum 24:24 aus. Jedoch erkämpften sich die Kieler, angepeitscht von ihren Fans, zwei weitere Satzbälle, die jedoch auch von der SVG abgewehrt werden konnten.

26:26 – spätestens jetzt hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Punkt für die SVG und erstmals Satzball für die Lüneburger. Nach dem die SVG den ersten ball noch ungenutzt ließ, erzwang sie mit der zweiten genutzten Chance den Tie-Break.

Die 40 mitgereisten Lüneburger waren bereits jetzt auf ihre Kosten gekommen, wollten die SVG Lüneburg jedoch auch noch zu dem Spielgewinn vorantreiben.

Doch wie es so oft im Volleyball ist: Die Kieler waren nicht demoralisiert nach ihren vergebenen Chancen, sondern  gingen schnell in Führung. Diese konnten sie sogar noch ausbauen und so führten sie zwischenzeitlich mit 10:6.

Bezahlt machen sollte sich nun die Wiederhereinnahme von dem Ex-Kieler Markus Böckermann. In den ersten beiden Sätzen noch abgetaucht und durch Jakub „Kuba“ Brys ersetzt, brachte er die SVG mit knallharten Sprungaufschlägen wieder heran.

Und dennoch hatten die Kieler beim 14:13 Matchball, den die Lüneburger jedoch abwehren konnten. Viel mehr sogar gelang der SVG mit dem erringen eines Breaks und den ersten Matchbällen. Fünf an der Zahl brauchte es insgesamt, da sich beide Teams in dieser Phase keine Fehler leisteten und ihre Chancen aus der eigenen Annahme nutzten. Bis zum entscheidenden Ball: Beim Stand von 25:24 für die SVG wehren die Lüneburger erfolgreich ab, Zuspieler Neufeldt setzt Markus Böckermann auf der Diagonalpostion ein und dieser schlägt den Kieler Block aussen an, so dass der Ball ins aus fliegt.

Der Rest war eine SVG-Party mit Fans und Spielern.

„Das war heute eine Wahnsinnsschlacht. Wir waren schon fast k.o. und haben uns unglaublich zurückgekämpft. Da muss ich meinem Team ein Kompliment aussprechen“, berichtet SVG Coach Karohs. „Aber wir müssen in den ersten Sätzen einfach cleverer agieren“, ergänzt Henrik Morgenstern und spielt damit auf die körperliche Überlegenheit der Lüneburger an. „Wir haben zu viele Bälle direkt in den Block geschlagen, anstatt häufiger den Kieler Block anzuschlagen“, sieht Coach Bernd Schlesinger diese Einschätzung bestätigt.

Viel Zeit zum Arbeiten bleibt der SVG dabei nicht. Drei Trainings-einheiten folgt am Freitag bereits das Spitzenspiel in  Giesen (Tabllenerster), bevor am Samstag der Tabellenvierte USC Braunschweig in der Gellersenhalle gastiert. „Drei Spiele in sieben Tagen, das geht schon an die Substanz“, berichtet SVG Spieler Mischa Urbatzka. Doch es kann auch die Lüneburger Woche werden: „Wir werden am Samstag auf jedenfall mehr denn je auf unsere Zuschauer angewiesen sein“, hofft Lars Pickbrenner auf die stets tolle Unterstützung der  Lüneburger Fangemeinde und ein „festbeissen“ in der Spitzengruppe.

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