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2011
Nov
09

Artikel aus der WAZ vom 08.11.11 - Moerser SC: Zum Pokal ab in die Provinz

Am vergangenen Sonntag in der Mülheimer RWE-Halle Volleyball-Bundesliga gegen Düren, am kommenden Sonntag in Tübingen gegen Rottenburg – und zwischendurch zum Pokalspiel bei der SVG Lüneburg.

Die „englische“ Woche beschert den „Adlern“ vom Moerser SC einen Gegner aus der 2. Bundesliga. Diesen zu unterschätzen könnte verhängnisvoll sein – an ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Pokal mag aber in Moers niemand denken.


 

Immerhin hat man eine großartige Pokaltradition zu verteidigen. Zu Beginn der 90-er Jahre langte es 1991 und 1993 zu zwei deutschen Pokalsiegen, im Jahre 1990 gelang der erste europäische Pokal für eine deutsche Männermannschaft. Dann war es einige Jahre ruhig – bis der MSC sich 2006 erneut fürs Finale – erstmals vor 11 000 Zuschauen im Gerry-Weber-Stadion im westfälischen Halle – qualifizierte. Gleiches gelang 2007 und 2009. Aber nur Finale – keine Titel. Die gingen an Haching und Friedrichshafen.

Neuer Anlauf

Jetzt nehmen die „Adler“ mit der Partie in Lüneburg einen neuen Anlauf. Dazu muss zunächst einmal die erste Hürde überstanden werden – danach entscheidet das Los über den nächsten Gegner, unmittelbar nach der Pokalbegegnung in Rottenburg wird gelost. „Natürlich wollen wir so weit kommen wie möglich,“ so MSC-Coach Chang Cheng Liu, „aber an das Viertelfinale denken wir noch nicht. Wir wollen zunächst einmal das Achtelfinale überstehen.“

Das dürfte nicht ganz so leicht werden, wie es auf dem Papier aussieht. Die Lüneburger stehen in der 2. Bundesliga auf Platz drei. Den Schritt ins Achtelfinale schafften die Lüneburger mit einem rasanten 3:2-Pokalfight gegen die TSG Solingen, der angeblich die Gellersenhalle „zum Kochen“ brachte. Lüneburg-Trainer Bernd Schlesinger war so angetan von der Leistung seiner Mannschaft, dass er die Empfehlung herausgab: „Jetzt muss sich Moers warm anziehen.“

Schlesinger ist ein alter Bekannter in der Liga: Er trainierte in Hamburg die Ostbeek Cowboys, betreute mehrerer Auswahlmannschaften und betätigte sich auch im Beachvolleyball auf hohem Niveau. Schlesinger zählt vor allem auf das enthusiastische Publikum der Lüneburger: Im Pokalfight gegen Solingen sorgten als frentisch geltenden Lüneburger Fans für Stimmung im Norden.

Für die Spieler von Chang Cheng Liu wird es also zunächst darum gehen, die Ruhe zu bewahren. Ohne Zweifel stellt der Erstligist die stärkere Mannschaft, doch gilt im Pokal wie in der Liga: Der Ball ist rund, Überraschungen sind möglich.

Ein wenig Sorgen macht sich MSC-Trainer Liu schon: In der Partie gegen Düren spielte Henning Wegter zwar fast ganz durch – aber mit einer schmerzenden Bauchmuskelzerrung. Steve Keir hat erst vergangene Woche das Training wieder aufgenommen und befindet sich nach fünf Wochen Pause noch in der Aufbauphase. Liu: „Wenn alles normal läuft, sollten wir keine Probleme bekommen. Aber: Lüneburg ist eine der besten Teams der 2. Liga. Bernd Schlesinger kenne ich seit langen Jahren, der hat meinen vollen Respekt – er hat immer gute Arbeit gemacht. Wir müssen 100 Prozent bringen, wenn wir dort siegen wollen.“

Die Mannschaft trifft sich am Mittwochmittag in Moers und reist per Bus nach Lüneburg. Dort wird am Abend um 20 Uhr angepfiffen

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