Aus der Landeszeitung
Vorbericht von Holger Remus:
re Lüneburg. Der Alltag hat sie wieder, doch der ist keinesfalls grau: Die Volleyballer der SVG Lüneburg haben nur drei Tage nach dem Highlight gegen Moers im DVV-Pokal nun am Sonnabend (20 Uhr) in der 2. Liga Nord den starken Aufsteiger VSG Ammerland zu Gast - ein Verfolgerduell in der Gellersenhalle, während sich die weiteren Teams aus der oberen Tabellenhälfte gegenseitig die Punkte streitig machen. „Ich weiß, wie schwer es ist, nach so einem emotionalen Höhepunkt wieder umzuschalten", betätigte sich SVG-Trainer Bernd Schlesinger aus langjähriger Erfahrung schon gleich nach der Bewährungsprobe gegen den Erstligisten als Spaßbremse. Und als sein alter Freund Chang Cheng Liu, der chinesische Coach von Moers, die Lüneburger - zurecht - lobte und ihnen den Erstliga- Aufstieg wünschte, zog Schlesinger verbal die Euphoriebremse: „Das wollten wir jetzt eigentlich nicht hören."
Der 52-Jährige weiß bei allen Fortschritten, die die SVG in den letzten Monaten auch im Umfeld gemacht hat, dass in der Eliteliga doch ein ganz anderer Wind weht. „Wenn wir aber mit diesem Spiel bewusst umgehen, die Leistung richtig einordnen und jeder einzelne versucht, die Grenzen, die er heute aufgezeigt bekam, mit Trainingsfleiß zu überschreiten, dann können wir in der 2. Liga auf Dauer oben mitspielen und im Pokal öfter mal so ein Spiel genießen", relativierte er den von den Fans gefeierten Auftritt. In der Tat war das Match trotz des knappen 22:25, 20:25, 23:25 nicht wirklich ein Duell auf Augenhöhe. Sprungkraft, Aufschlag-Präzision und -härte, Blockspiel, Athletik angesichts der höheren Trainingsbelastung ohnehin - alles Punkte, bei denen der Bundesligist deutliche Vorteile hatte. Oder das Beispiel Zuspiel: SVG-Neuzugang Sebastian Neufeld, der auch schon erste Liga spielte, bot eine vorzügliche Leistung. Was aber auf der Gegenseite der Holländer Dirk-Jan van Gendt, der 37-jährige Olympiateilnehmer von 2004, an Varianten bot, war in der Gellersenhalle bisher nicht zu sehen.
Die Gäste mussten schon alles geben, um keine Überraschung zu erleben und die siebenstündige Busfahrt nach Hause nicht unnötig lange hinaus zu zögern. Kürzer als sonst war die Nacht aber auch für einige bei der SVG. „Ich bin zwar ziemlich k.o. gegen ein Uhr ins Bett gefallen, hatte aber schon um acht wieder Unterricht", erzählt Trainer und Lehrer Ronnie Karohs und blickt wieder voraus: „Jetzt gilt es, neue Spannung aufzubauen und den Schwung vom Pokalspiel mitzunehmen. Das wird nicht leicht, Ammerland ist ein starker Gegner." Der Neuling ist zwar mit 10:4 Punkten sehr gut gestartet, doch Karohs will den Gegner nicht stärker reden als er ist: „Die hatten auch ein relativ leichtes Auftaktprogramm. Das waren für sie Pflichtsiege, wenn sie drin bleiben wollen. Natürlich kommen sie dadurch mit Rückenwind. Da aber die Tabelle ohnehin dicht gedrängt ist, müssen wir jedes Mal neu Vollgas geben." Dafür steht der komplette Kader zur Verfügung









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