Gänsehautatmosphäre: SVG muss sich nach einem Krimi mit 2:3 gegen Wuppertal geschlagen geben
Zweimal war die SVG am vergangenen Abend gegen die A!B!C! Wuppertal Titans in Fühung gegangen und zweimal glichen die Wuppertaler aus, sodass der Tie-Break die Entscheidung bringen musste. Dort hatten die Wuppertaler die besseren Nerven. In einer ausverkauften Gellersenhalle vor über 800 Zuschauern feierte Lüneburg dabei dennoch ein erstes Highlight im Lüneburger Sportjahr 2012. Denn abgesehen von der sportlichen Niederlage dürfte der Volleyballstandort Lüneburg an diesem Tag bundesweit weiter an Anerkennung gewonnen haben. Bereits eine halbe Stunde vor Anpfiff dürfte den Gästen aus Wuppertal dabei bewusst geworden sein, wie schwer es würden werde in Lüneburg zu gewinnen.

Rund 800 Fans sorgten für eine Gänsehautatmosphäre und unterstützten die Salzstädter bis zum letzten Punkt grandios
Denn die Gellersenhalle war zu diesem Zeitpunkt schon fast bis auf den letzten Platz gefüllt und die stimmungsvollen Lüneburger Fans feierten die Heimmannschaft bereits beim Einlaufen frenetisch. Beflügelt von der Stimmung zeigten sich dann auch die Spieler der SVG Lüneburg. Ein überragender Stefan Köhler und eine wacklige Annahme der Wuppertaler sicherten den ersten Satzgewinn mit 25:23. Wer nun jedoch dachte, die Wuppertaler würden weiterhin Nerven zeigen der irrte sich. Ein ausgeglichener zweiter Satz auf sehr hohem Niveau war lange mit einem offenen Ausgang versehen, doch die SVG nutzte die sich Ihr bietenden Chanen nicht und gab der Wuppertaler Abwehr mehrere Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Zwei Fehler zum Ende des Satzes führten dann zu der 21:25 Satzniederlage und dem Ausgleich zum 1:1. Ohne aufzustecken und unterstützt von 800 frenetischen Fans schafften die Lüneburger es im dritten Satz die Wuppertaler in arge Bedrängnis zu bringen. Das die Wuppertaler so unter Druck zu setzen sind, hatten die Wuppertaler wohl selbst nicht geglaubt und so dominierten die Lüneburger die Wuppertaler in diesem Durchgang. Immer wieder waren es Stefan Köhler und Mischa Urbatzka, die sich durchsetzen konnten und auch die Mittelblocker um Patrick Kruse und Michel Schlien, der zuvor für den ebenfalls starken Sven Tennert ins Spiel gekommen war, verzeichneten immer mehr Blockpunkte und brachten die Gellersenhalle endültig zum kochen.

Zwischenzeitlich stellte der Lüneburger Block eine unüberwindbare Hürde für die A!B!C! Wuppertal Titans dar.
Der bisherige Wuppertaler Star-Spieler in dieser Saison Lyck Hansen (Nr.13) schien zu diesem Zeitpunkt abgemeldet zu sein und folgerichtig gewann die SVG diesen Durchgang deutlich mit 25:18.
Im vierten Durchgang wieder ein Bild wie im zweiten Satz. Lange ausgeglichen, mit packenden Ballwechseln und einer Wahnsinns-Ralley beim Stand von 17:18, welche die SVG für sich entscheiden konnte und für ein sportliches sowie stimmungsvolles Highlight in diesem Spiel sorgte. Es war wie mit Ausnahme des dritten Satzes ein Spiel auf Augenhöhe, in dem alle jedoch immer mehr zu dem nun besser werdenden Dänen Lyck Hansen aufschauen mussten. Fast jede brenzlige Situation lösten die Wuppertaler nun über Hansen der immer die richtigen Schlagvarianten gegen einen starken Lüneburger Block wählte. Und so fiel die SVG wie im zweiten Satz zum Ende hin durch Eigenfehler ab und die Wuppertaler glichen mit dem 25:20 zum 2:2 aus. Die Entscheidung sollte nun der nervenaufreibende Tie-Break bringen.

Mischa Urbatzka, hier in der Abwehr, zeigte eine tolle Leistung und konnte sich auch im Angriff immer wieder erfolgreich durchsetzen.
Ein Angriffspunkt und zwei extrem hart geschlagene Angriffsschläge von eben Lyck Hansen brachten die Wuppertaler zunächst in Front. Die SVG antwortete und kämpfte sich nach einem 3 Punkte Rückstand wieder heran und glich zum 8:8 aus. In dieser Phase gab die SVG dann das Spiel jedoch mit einem verschlagenen Aufschlag, zwei verschlagenen Angriffen und einer vergebenen Annahme aus der Hand. "Das war schon sehr bitter. Aber wie es im Tie-Break ist: Eine Mischung aus Glück und Nervenstärke entscheiden in diesen Phasen die Spiele und dieses mal waren die glücklicheren die Wuppertaler mit einem am Ende alles überragenden Lyck Hansen.", bilanziert SVG Pressesprecher Henrik Morgenstern. "Wir haben aber heute ein Spiel auf sehr hohen Bundesliga-Niveau gesehen, bei dem alle Beteiligten auf Ihre Kosten gekommen sind", so Morgenstern weiter. Und SVG Kapitän Lars Pickbrenner fügt an: "Wir haben zwar das Spitzenspiel verloren, was uns natürlich traurig macht, sind jedoch immernoch Spitzenreiter und bei dieser ausgeglichenen Liga ist noch vieles möglich." Viele neue Fans dürfte die SVG an diesem Abend auf jedenfall gewonnen haben. "Wenn unsere Fans mit dieser Stimmung nicht erstligatauglich sind, wer soll es dann sein?", fragt Morgenstern mit Blick auf weitere Zukunftspläne der SVG Lüneburg.

Nach Startporblemen der überragende Spieler des Spiels: Der Däne Lyck Hansen sichtlich geschafft aber zufrieden nach dem Erfolg seiner Wuppertaler
Und so war es SVG Kapitän Lars Pickbrenner direkt nach dem Spiel auch wichtig zu erwähnen, "dass wir alle - abgesehen von der sportlichen Niederlage - heute Gewinner sind. Die Fans, der Verein, die Stadt - das war heute unabhängig von der Sportart ein besonderes Ereignis und hat gezeigt wozu Lüneburg als Sportstadt fähig sein kann. Mehr Werbung können wir als Region für unsere Region nicht machen.", so Pickbrenner.
Entschuldigen wollte sich SVG Pressesprecher Henrik Morgenstern nach dem Spiel aber auch noch: "Wir mussten erstmals einigen Fans die noch keine Karten hatten mitteilen, dass wir ausverkauft sind und keine Zuschauer mehr hereinlassen können. Das tut uns weh, wir sind aber sowohl an Sicherheitsvorschriften als auch strenge Regularien gebunden, sodass wir gezwungen waren diesen Schritt zu gehen." Momentan arbeitet die SVG deshalb an einem Online-Reservierungssystem um den Komfort weiter zu verbessern und auch Platzreservierungen zuzulassen.
Das nächste Spiel steigt bereits am 18.02.12 in der Gellersenhalle, wenn die SVG Lünebirg den Tabellenfünften TSGL Schöneiche gewinnt. "Für uns geht es in den kommenden Verfolgerduellen darum, mit Wuppertal auf Augenhöhe zu bleiben und die Versuche uns von der Spitze zu verdrängen abzuwehren. Wir haben weiterhin noch viel vor in dieser Saison", so SVG Coach Ronnie Krohs
Zum Schluss möchten wir uns bei allen Fans bedanken, die uns gestern zu jedem Zeitpunkt grandios unterstütz haben. Ebenso gilt unser Danke dem großen Stab an freiwilligen Helfern, die während und nach dem Spiel für einen möglichst reibungslosen Ablauf gesorgt haben.
Euer SVG Team








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